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Beschäftigt euch mit dem Online-Leben eurer Kinder

March 24, 2020

by coberst


Digitales Wohlbefinden

Dieser Blogbeitrag ist Teil einer laufenden Reihe über digitales Wohlbefinden und darüber, wie Kinder durch Spielen zu stabilen Online-Bürgern heranwachsen …

Als Eltern wollen wir unsere Kinder vor all den Dingen in der Welt beschützen und abschirmen, die beängstigend, verwirrend oder traurig sind. Aber durch diese Erwartung an uns selbst steuern wir (und unsere Kinder) auf unser Versagen zu. Es wird ein Zeitpunkt kommen, ob in der realen oder der virtuellen Welt, wo sie mit einer Herausforderung konfrontiert werden, die wir nicht kontrollieren können.

Widerwillig haben wir diese Tatsache in der physischen Welt akzeptiert. Deswegen rüsten wir unsere Kinder mit den Lektionen aus, die unsere Eltern uns beigebracht haben: sei vorsichtig gegenüber Fremden, schau auf beide Seiten, bevor du die Straße überquerst, nimm keine Drogen, Autosurfen ist eine echt schlechte Idee etc. Wir fördern kritisches Denken, Belastbarkeit und Selbstvertrauen, um sie zu ermächtigen, in der realen Welt richtige Entscheidungen zu treffen und mit schwierigen Situationen umzugehen.

Aber unsere Kinder wachsen genauso in der digitalen Welt auf und für sie gibt es keine Trennung zwischen online und offline. Das Internet ist der Ort, an dem sie lernen, Dinge erschaffen, erkunden und mit Freunden in Kontakt treten, aber damit gehen auch weniger angenehme Dinge einher. Es gibt Gewaltvideos aus dem echten Leben. Es gibt sexistische, rassistische oder homophobe Inhalte. Pornographie ist nicht nur leicht zugänglich, sondern poppt auch praktisch überall auf.

Was kann man da tun?

Ein Bericht von South West Grid for Learning, einem Online-Sicherheitsratgeber für Regierungen weltweit, schloss, dass wir das nicht lösen können, indem wir den Zugang zu diesem Inhalt verbieten, sondern durch Unterstützung und Diskussion und die Entwicklung von emotionaler Intelligenz und Vertrauen.

Wie vor dem gefürchteten Aufklärungsgespräch scheuen sich auch viele Eltern vor diesen Unterhaltungen. Außerdem ist das Internet ein großer und einschüchternder Ort, vor allem für all jene von uns, die nicht in der digitalen Welt großgeworden sind.

Aber wenn wir tief graben, so wie es unsere Eltern (ungeschickt) vor uns getan haben, können wir eine Generation ermächtigter digitaler Bürger großziehen. Hier sind ein paar Tipps:

Seid im Online-Leben eurer Kinder präsent.

  • Redet mit ihnen über die verschiedenen Plattformen, auf denen sie spielen oder online herumhängen. Fragt sie, was ihnen gefällt und warum. Oft machen wir uns über unsere Kinder lustig, weil sie Zeit mit Technologie verbringen, während das für sie ein großer Teil ihrer Identität ist. Deswegen müssen wir uns einbringen und Interesse zeigen, so wie wir das in der realen Welt tun würden.

Zeigt euren Kindern, dass sie mit euch über alles reden können.

  • Ihr seid ihre Hauptadresse für Bestätigung, Rat und Wissen. Seid da, wenn sie euch brauchen, auch wenn sie Regeln gebrochen haben (etwa das Erstellen eines Kontos ohne euer Wissen), denn es ist sehr wahrscheinlich, dass ihre Freunde ihnen nicht so gut beim Lösen eines Problems helfen können wie ihr. Wenn sie wissen, dass ihr sie nicht verurteilt, sondern einfühlsam zuhört, statuiert ihr damit ein Exempel, dass eure Tür immer offen sein wird, das euch (und euren Kindern) auch im weiteren Verlauf des realen Lebens eine Hilfe sein wird.

Helft euren Kindern, kritisches Denken zu verstehen.

  • In der Geschichte des Internets gab es mehrere bekannte Fälle von Schwindel. Denkt nach und helft ihnen, das auch zu tun. Ist das, was sie sehen, echt? Redet mit ihnen darüber, woher sie die Informationen bekommen und ob es sich um eine vertrauenswürdige Quelle handelt. Zieht auch in Betracht, ein paar Quellen zu überprüfen. Besucht Seiten wie Hoaxsearch.de oder Factcheck.org.

Kennt die digitalen Treffpunkte eurer Kinder und macht sie sicher.

  • Bittet eure Kinder, euch die Apps und Spiele zu zeigen, die sie verwenden, und macht euch mit den Datenschutzeinstellungen vertraut. Passt sie an und redet mit euren Kindern über optimale Vorgehensweisen, bevor man Freundesanfragen annimmt, und bittet sie, euch zu fragen, bevor sie eine neue Seite besuchen oder Apps von Dritten herunterladen.

Erfahrt, wie sie online kommunizieren.

  • Es gibt virtuelle Räume, deren Ziel es ist, einen sicheren Ort zu schaffen, und die unermüdlich gegen schwarze Schafe vorgehen, aber es gibt auch weniger geschützte Orte. Oft verwenden Jugendliche diese offeneren Plattformen neben den betreuten, um Einschränkungen zu umgehen und Grenzen auszutesten. Leider bringt so eine Freiheit auch Neckereien (eigentlich ist es Mobbing, aber sie stellen es als lustig dar), ekelhafte, schockierende Inhalte, Schimpfwörter und viel Draufgängertum mit sich. Stellt sicher, dass ihr versteht, wo sich eure Kinder aufhalten und wie sie ihre sozialen Plattformen miteinander verbinden.

Wenn das Schlimmste passiert, geratet nicht in Panik, sondern ermutigt eure Kinder.

  • Auch wenn wir nicht immer kontrollieren können, was unsere Kinder im Internet sehen, können wir helfen, die Kontrolle wieder den Kindern zu geben, indem wir ihnen die Werkzeuge zur Verfügung stellen, um mit schwarzen Schafen oder schlechten Verhaltensweisen umzugehen. Nehmt ihnen nicht voreilig ihre Geräte weg, denn das könnten sie als Strafe für sie statt für die schwarzen Schafe sehen. Meldet unangemessene Benutzer oder Inhalte mit euren Kindern. Das hilft ihnen zu verstehen, was sie tun sollen, und zeigt Solidarität.

Zuletzt: Verbringt einfach online Zeit mit ihnen. Natürlich wird es ihnen nicht gefallen, wenn ihr ihre sozialen Feeds kommentiert oder euren elterlichen Verfolgungswahn in den digitalen Raum ausweitet. Aber es gibt Möglichkeiten, sich mit ihnen in der digitalen Welt zu treffen, und Spielen ist dafür eine tolle Möglichkeit. Was, wenn ihr an einem Spieleabend die traditionellen Familienbrettspiele durch ein Videospiel ersetzt? Es gibt viele Mehrspieler-Spiele, die ihr gemeinsam spielen könnt. Es gibt Rennspiele, Rollenspiele etc. Keine Sorge, wenn ihr darin schrecklich seid. Damit haben eure Kinder die Gelegenheit, euch ein paar Dinge über die digitale Welt beizubringen.


Dieser Post erschien auf Englisch ursprünglich auf SuperParent: https://superparent.com/article/682/why-we-need-to-talk-to-our-kids-about-the-bad-stuff-on-the-internet