Skip to main content

Umfragen zufolge diskutieren Eltern und Jugendliche nicht über angemessenes Onlineverhalten

März

24, 2020

by coberst


Digitales Wohlbefinden

Als wir vor einiger Zeit in unsere Digital-Civility-Initiative investiert haben, hatten wir uns zum Ziel gesetzt, der Roblox-Community die nötigen Fähigkeiten zu vermitteln, um positive Online-Erlebnisse zu ermöglichen. Eltern und Erziehungsberechtigte spielen bei dieser Mission eine wichtige Rolle, wir sehen uns also dazu verpflichtet, ihnen mehr Informationen über die schnell veränderliche digitale Welt zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie Kinder und Jugendliche sich in dieser Welt verhalten. Auf diese Weise können sie besser verstehen, wo und wann Mentoring oder Aufsicht vonnöten sind.

Fakt ist, dass Kinder heute in einer Welt der Technologie aufwachsen und keine Unterscheidungen zwischen den Verhaltensweisen und der Gesprächskultur treffen, die online oder im realen Leben stattfinden. Das digitale Leben IST ihr reales Leben. Es macht für sie keinen Unterschied, wo sie sich mit ihren Freunden treffen. Eine einfache Überprüfung des Wohlbefindens eurer Kinder und normale Gespräche über ihre Onlinewelt und ihr diesbezügliches Verhalten helfen dabei, eine vertrauensvolle und offene Beziehung aufzubauen. Das Wichtigste daran ist, dass eure Kinder dadurch zu euch kommen und euch um Hilfe bitten werden, wenn sie welche brauchen. 

Wir wollten herausfinden, ob diese Gespräche zwischen Eltern und ihren Kindern tatsächlich stattfinden. Im Oktober haben wir eine Umfrage über SurveyMonkey in Auftrag gegeben, bei denen 10 000 Probanden in den Vereinigten Staaten, darunter 3 571 Elternteile von Kindern zwischen 7–17 Jahren (ein Alter, in dem die Kinder bereits online spielen und sozialisieren) sowie 580 Jugendliche, zu ihren allgemeinen Onlineverhalten befragt wurden.

Offenbar sind Eltern der Meinung, dass sie mit ihren Kindern über ein angemessenes Onlineverhalten Gespräche führen. Diese scheinen aber davon nichts mitzubekommen. In unserer Umfrage gaben 93 % der Eltern an, zumindest gelegentlich mit ihren Kindern über ein angemessenes Onlineverhalten zu sprechen, doch nur 39 % der Jugendlichen stimmen damit überein. Im Gegenzug behauptet die Mehrheit der jungen Leute (60 %), dass sie „selten“, „sehr selten“ oder „nie“ mit ihren Eltern über dieses Thema sprechen. 

Eltern, die nicht mit ihren Kindern über angemessenes Onlineverhalten sprechen, gaben an, sie würden annehmen, dass ihre Kinder ohnehin bereits wüssten, was zu tun ist, oder es aus anderen Gründen (begrenzter Internetzugang, keinerlei geäußerte Bedenken etc.) keinen Anlass zu solchen Gesprächen geben würde. Gleichzeitig sind Eltern davon überzeugt, dass ihre Kinder sich an sie wenden würden, wenn ihnen etwas Schlimmes, etwa Online-Mobbing, zustoßen würde. Jugendliche hingegen teilen ihre Bedenken hinsichtlich Online-Mobbing am ehesten der Plattform mit oder sprechen mit einem anderen Erwachsenen.

Die Fragestellungen der Umfrage brachten einige Eltern dazu, darüber nachzudenken, ob es vielleicht an der Zeit wäre, sich stärker einzubringen:

„Ich schätze, es liegt daran, dass mein Sohn diesbezüglichen Anliegen nie zur Sprache gebracht hat. Würden ihm Dinge Sorgen bereiten, würde ich mit ihm darüber sprechen. Vielleicht muss ich proaktiver sein.“

Millenial-Eltern sind wesentlich engagierter als andere

Die Mehrheit der Millenial-Eltern (68 %) engagiert sich im digitalen Leben ihrer Kinder und gibt an, sich „sehr bewusst“ darüber zu sein, wie sich ihr Kind online verhält. Unter den Eltern der Generation X und der Baby-Boomer behauptete dies ein deutlich geringerer Anteil (48 % bzw. 47 %). 

Bei Millenial-Eltern besteht außerdem eine größere Wahrscheinlichkeit auf gemeinsames Spielen – 37 % beteiligen sich am Spiel ihrer Kinder, im Vergleich tun dies nur 29 % der Generation X und 24 % der Baby-Boomer.

Forschungsergebnisse zeigen ein ums andere Mal, dass Eltern, die durch gemeinsames Spielen an der digitalen Welt ihrer Kinder teilhaben, die einzigartige Gelegenheit haben, die Online-Erfahrungen ihrer Kinder und Heranwachsenden wirklich zu verstehen. Dies ist hilfreich bei der Etablierung einer offenen Kommunikation und der Lösung potenzieller Problemfälle beider Parteien. In unserer Umfrage gaben 68 % der Millenial-Eltern an, dass ihre Kinder sich „mit großer Wahrscheinlichkeit“ an sie wenden, wenn sie Hilfe brauchen (verglichen mit 59 % der Generation-X-Eltern und 58 % der Baby-Boomer-Eltern, die sich diesbezüglich unsicherer sind).

Welches Ausmaß hat die Problematik des Online-Mobbings (engl. „online bullying“) wirklich und wie ergeht es betroffenen Jugendlichen?

Der Oktober wurde in den USA zum „National Bullying Prevention Month“ erklärt und in der darauffolgenden Woche wird auch das Vereinigte Königreich diese Thematik durch die „Anti-Bullying Week“ zur Sprache bringen. Ich werde außerdem diese Woche bei der „International Bullying Prevention Conference 2019“ sprechen, wir wollten also unbedingt verstehen, ob oder wie sehr Eltern und Jugendliche Online-Mobbing als Problem empfinden.

Die große Mehrheit (91 %) der Eltern sieht dieses als Problem für junge Menschen, während ein etwas geringerer Anteil – jedoch immer noch eine Mehrheit (77 %) – der Jugendlichen diese Meinung vertritt. 22 % der Eltern gaben an, dass ihre Kinder persönlich Opfer von Online-Mobbing geworden waren. In der Mehrheit dieser Fälle (66 %) kam es mehr als einmal zu Mobbingfällen, in 47 % der Fälle handelte es sich um schwere Mobbingfälle. Nahezu einer von fünf (19 %) Jugendlichen gab an, innerhalb der letzten zwölf Monate Online-Mobbing gegen die eigene Person erlebt zu haben. 

Außerdem haben wir Jugendliche gefragt, was sie im Rahmen des Spiels überhaupt als Mobbing empfinden. Die Hälfte von ihnen bezeichnet das Verspotten in Kommentarfunktionen als Mobbing, 42 % nennen die Verwendung von Kraftausdrücken und das Ermutigen zur Herabwürdigung anderer Spielteilnehmer (Anmerkung: Die gängige Definition von Mobbing bezeichnet wiederholtes, negatives Verhalten mit dem Ziel, anderen Personen ein unangenehmes oder unsicheres Gefühl zu vermitteln und sie zu bestürzen oder traurig zu machen).

Diese Daten verschaffen Eltern und Erziehungsberechtigten einige wichtige Erkenntnisse. Wenn ein Kind mit einem Problem wie Online-Mobbing zu euch kommt, müsst ihr das Vorgefallene verstehen und den Ernst der vorliegenden Situation richtig einschätzen können. Hört zu und seid einfühlsam: Wenn sie wissen, dass ihr sie nicht verurteilt (egal, was vorgefallen ist), bringt ihr damit zum Ausdruck, dass eure Tür immer offen stehen wird, was euch (und euren Kindern) auch im weiteren Verlauf des realen Lebens eine Hilfe sein wird. 

Ein proaktives Gespräch – auch wenn keine Bedenken geäußert wurden – ist immer der beste Weg. Auf diese Weise erhaltet ihr die Gelegenheit, eure Kinder auf Online-Erlebnisse vorzubereiten und ihnen zu vermitteln, wie einfach es für Leute ist, gewisse Dinge „durch den Bildschirm“ auszusprechen. Ältere Kinder können außerdem ihren jüngeren Spielkameraden oder Geschwistern eine große Hilfe sein. Jugendliche in unserer Umfrage etwa gaben ihren jüngeren Kollegen, die Opfer von Online-Mobbing geworden waren, ermutigende Worte mit auf den Weg: „Anonyme Fremde können euch nichts anhaben. Blockiert sie oder meldet sie, und sollten sie es umgehen, ignoriert sie“ oder „Macht den Mund auf und habt keine Angst davor, andere um Hilfe zu bitten.“

Zum Schluss gibt es noch ein paar gute Neuigkeiten

Auf die Frage, wie eine „gutes“ Onlineverhalten eigentlich auszusehen hat, erhielten wir vielversprechende Rückmeldungen: Nahezu alle Jugendlichen in unserer Umfrage (96 %) gaben an, Freunden zu helfen, wenn sie bemerken, dass diese Opfer von Online-Mobbing sind. Die Mehrheit aller jugendlichen Online-Spieler bestätigte, bei Bedarf immerhin „manchmal“ Hilfe von anderen Spielern zu erhalten, 41 % gaben an, diese „oft“ oder „immer“ zu erhalten. Sieht ganz so aus, als würden viele Kids es cool finden, sich online nett zu verhalten. Ein Trend, den wir nur allzu gerne beobachten. Und, was Eltern betrifft – diese Umfrageergebnisse könnten als gutes Fundament für ein Gespräch dienen. Fragt euer Kind, welche Verhaltensweisen es beim Onlinespielen „cool“ oder „uncool“ findet – die Ergebnisse könnten euch überraschen!


Methodik: Diese Online-Umfrage wurde von SurveyMonkey im Auftrag von Roblox anlässlich der Digital-Civility-Initiative durchgeführt. Zwischen 19. und 29. Oktober 2019 wurden 10 000 US-amerikanische Erwachsene, 3 571 Eltern von Kindern zwischen 7–17 Jahren (922 davon Millenials) sowie 580 Jugendliche (von denen 430 mindestens einmal im Monat Onlinespiele spielen) befragt. Die Teilnehmer der Umfrage wurden aus über zwei Millionen Menschen ausgewählt, die jeden Tag auf der Plattform SurveyMonkey an Umfragen teilnehmen. Die Daten wurden erst hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildung, Wohnort und ethnischer Zugehörigkeit unter Zuhilfenahme der „American Community Survey“ des „United States Census Bureau“ (Anm.: Volkszählungsbehörde) entsprechend gewichtet, um die demografische Zusammensetzung der über 13-jährigen BürgerInnen der Vereinigten Staaten bestmöglich zu reflektieren. Anschließend wurden die Daten mithilfe der gegenwärtigen Volkszählungsunterlagen des Census Bureau nach Alter, Geschlecht, Bildung, Wohnort, ethnischer Zugehörigkeit und Beschäftigungsstatus gewichtet, um eine repräsentative demografische Zusammensetzung der berufstätigen Bevölkerung der Vereinigten Staaten darzustellen. Die gesamten Datensätze können hier eingesehen werden.