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Wieso ist mein Kind wegen Onlinespielen frustriert?

März

24, 2020

by coberst


Digitales Wohlbefinden

Dieser Blogbeitrag ist Teil einer laufenden Reihe über digitales Wohlbefinden und darüber, wie Kinder durch Spielen zu stabilen Online-Bürgern heranwachsen …

Spiele sollen doch Spaß machen, oder nicht? Nun, abhängig vom Alter eures Kindes habt ihr bei ihnen schon ein Verhalten beobachtet, das ihr vermutlich nicht unter dem Begriff „Spaß“ zusammenfassen würdet. Schimpfen, Controller durch die Gegend werfen, ein frustriertes Knurren. Das kann doch nicht gesund sein?

Das Spielen von Online-Spielen ist nicht anders als das Spielen in einem Park. Kinder können im Verlauf eines Spiels viele verschiedene Emotionen durchleben. Die meisten Dinge mit einem Wettbewerbsaspekt können kurze Wutgefühle verursachen, aber auch den Wunsch entfachen, es beim nächsten Mal besser zu machen und einen Gegner zu besiegen – man denke an die Leidenschaft von Top-Sportpersönlichkeiten wie Serena Williams oder Cristiano Ronaldo. 

Das Wichtigste ist, dass ihr eurem Kind dabei helft, mit diesen Gefühlen umzugehen. Wenn diese in kurzen Schüben auftreten, ist das völlig in Ordnung, aber niemand von uns sollte in einem dauerhaften Stresszustand leben müssen. Hier sind sechs Tipps, die ihr euren Kindern geben könnt, um ihnen bei der Kontrolle ihrer Emotionen behilflich zu sein:

1. Es ist zwar verlockend, Dinge wie „reg dich nicht so auf“ oder „hör auf, so wütend zu sein“ zu sagen. Aber so einfach könntet ihr das selbst auch nicht abstellen, nicht wahr? Denkt mal darüber nach, welche Strategien bei eurem Kind funktionieren und bei der Deeskalation ihrer Emotionen behilflich sein könnten. Zählt beispielsweise von fünf rückwärts oder stellt euch gemeinsam vor, die Energie aus ihrem Inneren durch ihre Fingerspitzen nach draußen zu schicken.

2. Wenn sie gerade ein äußerst kompetitives Spiel spielen, solltet ihr ihnen vielleicht regelmäßige Pausen oder das Spielen von weniger intensiven Spielen vorschlagen

3. Legt Grenzen dafür fest, was erlaubt ist und was nicht. Jedes Kind ist anders und viele können mit einem kurzen Moment der Frustration nach einem verlorenen Spiel gut umgehen. Bleibt die Frustration allerdings über einen längeren Zeitraum hinweg aufrecht oder tritt bei jeder Niederlage auf, solltet ihr euch der Sache möglicherweise annehmen. Wartet nicht drauf, bis ihre Wut problematisch wird. 

4. Sprecht mit ihnen darüber, welche Spiele auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten sind. Wenn sie Spiele spielen, die sich an erfahrene Spieler richten, könnten sie den Anforderungen möglicherweise schlicht und einfach nicht gewachsen sein. Es ist außerdem hilfreich, einzusehen, dass nur Übung den Meister macht – vielleicht sollten sie erst ein geringfügig einfacheres Spiel meistern und ab dem Erreichen eines gewissen Standards das nächste Level beschreiten. 

5. Wenn andere Spieler die Quelle für Frustration sind, solltet ihr eurem Kind dabei helfen, mit der Situation umzugehen. Behandelt sie das andere Kind schlecht? Bricht es möglicherweise Regeln? Vielleicht könnt ihr eurem Kind beim Entwickeln einer gewissen Verhandlungstaktik helfen, damit alle gemeinsam mehr Freude am Spielen haben können. 

6. Seid wie immer ein gutes Vorbild für eure Kinder und Jugendlichen. Wenn ihr jedes Mal die Nerven verliert, wenn ihr das Passwort für euer Online-Banking vergesst, werten eure Kinder diese Reaktion möglicherweise ebenfalls als angemessen. 

Denkt daran, dass alle Emotionen gesund sind und Wut etwas Natürliches ist. Gebt euren Kindern und Jugendlichen die Werkzeuge mit, um diese Emotionen erkennen und entsprechend damit umgehen zu können, sie durchzustehen und nach vorne zu blicken. Auf diese Weise vermittelt ihr ihnen wertvolle Fähigkeiten, die ihnen dabei helfen werden, sowohl online als auch offline gut zurechtzukommen.